abenteuerspielplatz single life – strategien gegen den wahnsinn

Juli 30, 2007

das lm syndrom

Gespeichert unter: erfolg, irrsinn, liebe, verwahrlosung — tranzmitta @ 2:18

wow! eine fantastische begegnung am samstag abend. treffen mit lm im oede & gelangweilt. ein bombastisches wiedersehen mit feuerwerk, spruehende funken, luftschlangen, konfetti und pochende herzen. NICHT. das einzige pochende herz, das ich spuerte, war was, das mir beinahe in die hose gerutscht waere beim anblick der person, die mich mit einer wahnsinnskonsequenz ignoriert, anstachelt und – wer weiss – warm haelt? ein soziales gourmethappen sozusagen!

aber das war doch der grund, warum ich da war, im ü+g, also mut gefasst und sie beim rausgehen aufgehalten. kuss auf den mund von ihr. und ist das sowas wie freude, mich zu sehen oder ist sich in einem dunklen club sprechen wie sms’e hin- und herschreiben? alle signale, alles codes, die man von seinem gegenueber ablesen sollte – und in diesem fall muesste – werden von der antimaterie verschluckt. und ich? wo war mein wortwitz? mein charme? mein angeregter humor? anscheinend im vortex reingesaugt und erstarrt, losgeloest und in einer anderen dimension verschluckt. oder doch einfach nur von meiner – um dieser uhrzeit deutlich zu spurenden – bettschwere, unentspanntheit und nervositaet unterdrueckt?

was folgte, kann man in einem akademischen aufsatz zum thema small talk bestimmt prima als empirische beweismittel festhalten. gespraeche ueber urlaub, die naechste party, blah, blah, fucking blah. und dann am ende, ob ich in die berge will, um mir meinen kopf frei zu machen! super war das! ja, prozac kriege ich auch vom arzt verschrieben, um mir „meinen kopf frei zu machen“. manchmal darf ich auch uebers wochenende in die geschlossene anstalt, um mir mein „kopf frei zu machen“. da haben wir’s also: das lm syndrom. ein perfektes rollenspiel: ich der patient, sie die medizin, die nur unvorhersehbare nebenwirkungen hervorruft.

es gibt keine zwei wege es zu sagen: sie holt das schlechteste aus mir heraus bzw. fuehle ich mich wie in ein krankheitszustand von vor einem monat zurueckversetzt, wo ich schon laengst mich zu heilen weiss. das muesste mal ein arzt untersuchen und womoeglich patentieren: der volontaere rueckfall. oder gibt’s sowas schon? der patient ist schon einigermassen geheilt, die wunde entwickelt sich gut; man will aber nochmal gucken, ob das wirklich der fall ist, indem man sich dem virus wieder freiweillig aussetzt. und dann noch zum abschied ein ehrlicher, froehlicher, liebevoller, herablassender – was weiss ich wie gemeinter – kuss auf den mund. wie wunderbar! die erfuellung aller meiner traeume! ein maerchen! mit dem unterschied, dass dieser prinz oft genug sein pferd schon gesattelt hat, nur um dann die prinzessin im sms-wald zu verlieren. und jetzt deshalb lieber gar nicht erst ins stall will, ehe der ganze wald brennt – wirklich brennt!

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