es gibt im englischen einen spruch: if you can’t stand the heat, get out of the kitchen! bei dem forum, dem ich beigetreten gilt das in meinem fall aktiv wie auch passiv. will heissen, dass das, was man so geschickt bekommt einem den atem verschlaegt, als auch die reaktionen auf das, was man so verschickt ohne boesen hintergdeanken.
so kam als erste mail ueber meinen „online flirt fun loveline provider“ eine nachricht von einem hetero mann aus hamburg. so faengt man den tag gut an: er sei hetero aber wolle unbedingt mal einem anderen mann einen „abblasen“ (und ich dachte ich kenne mich mit sexueller terminologie aus). ob ich da interesse haette? vor allem macht er es ja einem ganz schmackhaft: man muesse ihn dabei gar nicht anfassen.
wow! die erfuellung meiner wildesten traeume, oder? [komisch, gestern abend sprach mich auch ein bekannter darauf an, ob ich jemals wirklich was mit einem mann gehabt haette. auf die antwort, dass es bisher nur zu einem knutsch gekommen war, was mir auch reiche, antwortete er: musst du mal versuchen! lag wohl an der stimmung gestern.] kaum kann ich es abwarten, dieses prachtstueck an mein prachtstueck ranzulassen, damit er seine experimentierlust ausprobieren kann.
muss ich noch erwaehnen, dass heiss und sehnsuechtig auf eine weitere nachricht von diesem menschen warte? es versteht sich wohl von selber, dass der arme mann ab jetzt non grata ist in meine „friends“ liste.
was dann zum naechsten punkt fuehrt: kann sich nicht jemand mal ein besseres synonym statt „friends“ aussuchen? die tatsache, dass ich ebenfalls gesperrt wurde von einer jungen dame, stellt ja unbedingt in frage, ob sie ein „friend“ ist. das irre ist, dass ich nicht mal was beleidigendes, uebermaessig anzuegliches oder derb vulgaeres ihr geschrieben habe, sondern nur ein unverbindliches „hallo“, dass ich mich noch recht passiv verhalte, und auch etwas von der story oben, um zu verdeutlichen, weshalb mir solche foren suspekt seien.
immerhin kam die antwort (nein, sollte ich vielleicht die spucke ins gesicht sagen) recht schnell. vorher abgefasste und nach belieben verschickte nachrichten koenne sie nicht leiden. okay, schade, dass ich nicht ihr horoskop einstudiert habe, ihre familiengeschichte analysiert, ihr werdegang als „irgendwas mit tieren zu tun habende“ gruendlich ueberprueft habe und, dass ich nicht von einem profiler eine persoenlichkeitsanalyse von ihr habe durchfuehren lassen.
mensch! dann haette ich ja etwas persoenlicheres zu sagen gehabt, als auf ihre etwas einsilbigen, sorry, aber auch wirklich humorlosen antworten zu den profilfragen, nur so halbwitzig zu reagieren.
und, da meine lieben, haben wir den knackpunkt des internet dating. mit nur einem foto (aus einem ewig starren winkel) und ein paar angaben aus was so gut wie ein bewerbungsgespraech sein koennte, hat man noch lange nicht jemanden als „friend“ kennen gelernt.
es gibt kaum eine gemeinsame situation in der man sich befindet – es sei denn die website gilt als „situation“ – man kann die gesichtsreaktionen nicht erkennen, nur binaere antworten (gesperrt oder friend), und man kann nur sehr, sehr wenig gefuehl fuer einer andere person und wie _sie_ tickt, bekommen, es sei denn das profil ist gut geschrieben.
das ist nur in den 5% der faellen tatsaechlich der fall.
der rest nimmt das geschehen vor allem scheinbar aeusserst ernst! wie meine sperrpartnerin, dessen gaestebuch eintraege eigentlich die frage stellen, warum sie da ist, wenn sie so waehlerisch ist, wie die eintraege von erregten, erbosten maennern vermuten lassen. jungs, nimmt’s mit humor! oder schreibt einfach einen blog drueber. ich wuensche ihr auf jeden fall, dass es jemand liebenswertes, fuer sie bestimmtes schafft ueber ihre extrem hoch aufgetuermte mauer zu klettern und sie gluecklich macht.