abenteuerspielplatz single life – strategien gegen den wahnsinn

August 2, 2007

lina fever

Gespeichert unter: irrsinn, liebe — tranzmitta @ 9:22

es gibt so vieles im leben wofuer es keine rationalen erklaerungen gibt. mein handeln ist da ein ganz grosses thema.

da baut man sich eine festung um den kopf, mit panzerdivisionen, stacheldrahtzaun, fiesen, blutruenstigen hunden, ganze mannschaften von saddams ehemaligen republikanischen garden, wachtuerme, spitzeln, und einen drei meter tiefen graben. dazu haelt man seancen ab, laesst sich hypnotisieren, konsultiert die grossen meister des mind control, praktiziert yogische ausgleichsuebungen bis der physiotherapeut kommt, tritt in ein jedi-kloster ein und riegelt das hirn vor potenziellen elektronischen signalen aus der lm-galaxis hermetisch ab.

und was passiert? ein kleiner anflug lina fever im ö+g – zwei kuesschen auf dem mund und ein unglaublich verheissungsvoller, nicht unfreundlicher abschied mit den worten „wir sehen uns bald“ reichen schon, um die temperatur gleich um 20° zu erhoehen und einen schwach werden zu lassen. ja, ich habe geschwaechelt und mein vorsatz, den kontakt ihrerseits abzuwarten, gebrochen. es ist nicht schlimm, aber ich habe mal wieder was geschrieben und gesendet ins schwarze loch/bermuda dreieck/absolute nichts (die physiker sollten sich mal bei lm melden auf der suche nach der ultimativen antimaterie).

es war zum glueck banal, aber charmant genug, dass ich mich noch im spiegel betrachten kann, ohne vor scham darueber zu erroeten, was fuer ein daemlicher masochist ich doch bin… aber ich bin auch nur menschlich und kein monster, und hoeflich darf man wohl bleiben. okay, wenn’s wichtig ist, habe ich sonntag nur angefragt, ob man eine runde backgammon spielen mag – aber nur, wenn sie verspricht, nicht zu weinen, wenn ich ihr den hintern versohle. banter nennt man sowas auf englisch, glaub ich (neckerei, geplaenkel, scherz), ist auch gang und gebe bei backgammon. bei unserem letzten spiel sass sie im bikini vor mir, was mir ein kleines bisschen die kontrolle nahm, aber that’s a whole other story…!

zurueck, aber, zur $63 millionen frage: kam eine antwort auf die kesse herausforderung? wo denkt ihr hin? mit dem phaenomen lm haben wir es hier mit einem der maechtigsten, destruktivsten kraefte des universums zu tun: was einmal in die anti-materie eines schwarzen lochs verschwindet, davon taucht nie wieder ein lebenszeichen auf. verschwunden bis in alle ewigkeit. egal ob sms, anruf, brief, fax, e-mail, usw.

ich lache mir selber gerade traenen, waehrend ich diese scheisse einer notduerftigen erklaerung komplett irrationalen handelns schreibe! egal, heute abend kommen michdie ksk – direkt aus kabul angeflogen – retten, mein yoga meister, die dritte staffel von shameless auf dvd, vielleicht einfach die ruhe zuhause alleine, ja einfach: me, myself, and I!

also, danke, liebes wordpress, es war mir ein grosses vergnuegen, meinen seelenmuell auf deinem rasen auszuschuetten. come empty your garbage anytime! ;-)

inzwischen schreie ich vor lachen!

Juli 31, 2007

online flirten kills prostitution?

Gespeichert unter: erfolg, irrsinn, liebe — tranzmitta @ 2:45

soll ein mal ein kluger mann behauptet haben. aha, dann wollen wir uns mal auf das experiment online dating einlassen. als neuling wird einem ja ein land unentdeckter moeglichkeiten versprochen: galerien von usern, die allesamt blended aussehen und blended daher reden. verlockende abenteuer sollen da zwischen den pixeln schlummern. nachrichten ohne ende springen mir in die inbox von rattensharfen bunnies, auch noch in meiner altersgruppe? materialisieren sich ploetzlich aus meinem mobiltelefon ab jetzt puppen ohne ende?

hab ich das gelobte land gefunden, das jedem single ein ende seines daseins als frustrierter großstaedter verspricht? dabei ist das grosse experiment frei sein so genussvoll – zumindest in der westlichen welt. in kalkutta sieht es bestimmt etwas anders fuer einen single rickshaw fahrer…

oder bewegt man sich da gefaehrlich nahe an die welt von second life? nur noch als avatar praesent, der ueber tasten erlebnisse hat, aber der reale koerper verdorrt. kann es vielleicht sein, dass online dating nur eines von vielen vorboten der apokalypse der menschheit ist? werden wir auf grund unserer liebesbeziehungen im netz bald die naechste evolutionsstufe als lang-fingrige, rosinen-foermige wesen erleben, dessen geschlechtsglieder keine funktionen mehr ausueben

ich hoff’s doch nicht. deshalb – obwohl ich mit dem human extinction project geistig verwandt bin – soll das nicht der letzte ausweg sein, sondern eine alternative methode des kennenlernens darstellen fuer einen, der gerne unter menschen ist, sich aber manchmal fuer konkrete ansprache doch zu viel wert ist!

Juli 30, 2007

das lm syndrom

Gespeichert unter: erfolg, irrsinn, liebe, verwahrlosung — tranzmitta @ 2:18

wow! eine fantastische begegnung am samstag abend. treffen mit lm im oede & gelangweilt. ein bombastisches wiedersehen mit feuerwerk, spruehende funken, luftschlangen, konfetti und pochende herzen. NICHT. das einzige pochende herz, das ich spuerte, war was, das mir beinahe in die hose gerutscht waere beim anblick der person, die mich mit einer wahnsinnskonsequenz ignoriert, anstachelt und – wer weiss – warm haelt? ein soziales gourmethappen sozusagen!

aber das war doch der grund, warum ich da war, im ü+g, also mut gefasst und sie beim rausgehen aufgehalten. kuss auf den mund von ihr. und ist das sowas wie freude, mich zu sehen oder ist sich in einem dunklen club sprechen wie sms’e hin- und herschreiben? alle signale, alles codes, die man von seinem gegenueber ablesen sollte – und in diesem fall muesste – werden von der antimaterie verschluckt. und ich? wo war mein wortwitz? mein charme? mein angeregter humor? anscheinend im vortex reingesaugt und erstarrt, losgeloest und in einer anderen dimension verschluckt. oder doch einfach nur von meiner – um dieser uhrzeit deutlich zu spurenden – bettschwere, unentspanntheit und nervositaet unterdrueckt?

was folgte, kann man in einem akademischen aufsatz zum thema small talk bestimmt prima als empirische beweismittel festhalten. gespraeche ueber urlaub, die naechste party, blah, blah, fucking blah. und dann am ende, ob ich in die berge will, um mir meinen kopf frei zu machen! super war das! ja, prozac kriege ich auch vom arzt verschrieben, um mir „meinen kopf frei zu machen“. manchmal darf ich auch uebers wochenende in die geschlossene anstalt, um mir mein „kopf frei zu machen“. da haben wir’s also: das lm syndrom. ein perfektes rollenspiel: ich der patient, sie die medizin, die nur unvorhersehbare nebenwirkungen hervorruft.

es gibt keine zwei wege es zu sagen: sie holt das schlechteste aus mir heraus bzw. fuehle ich mich wie in ein krankheitszustand von vor einem monat zurueckversetzt, wo ich schon laengst mich zu heilen weiss. das muesste mal ein arzt untersuchen und womoeglich patentieren: der volontaere rueckfall. oder gibt’s sowas schon? der patient ist schon einigermassen geheilt, die wunde entwickelt sich gut; man will aber nochmal gucken, ob das wirklich der fall ist, indem man sich dem virus wieder freiweillig aussetzt. und dann noch zum abschied ein ehrlicher, froehlicher, liebevoller, herablassender – was weiss ich wie gemeinter – kuss auf den mund. wie wunderbar! die erfuellung aller meiner traeume! ein maerchen! mit dem unterschied, dass dieser prinz oft genug sein pferd schon gesattelt hat, nur um dann die prinzessin im sms-wald zu verlieren. und jetzt deshalb lieber gar nicht erst ins stall will, ehe der ganze wald brennt – wirklich brennt!

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